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Gedanken zur Emmausgeschichte

Ausnahmezustand – zwei reden über alles, was  sie so tief beschäftigt, die Angst, die Unsicherheit, die Leere, den Tod. Alles ist anders. Keiner weiß, wie es weiter geht. Das erleben wir heute. Das erfuhren die zwei Jünger Jesu damals auf ihrem Weg nach Emmaus. Gefühle, Erlebnisse brauchen Ausdruck in Worten, brauchen ein Gegenüber. Sie miteinander zu teilen, hilft. Es ist gut, miteinander unterwegs zu sein, wenn zerschlagene Hoffnung und Enttäuschung und Trauer uns die Sicht aufs Leben nehmen. „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen wird.“ Es ist gut, diesen Zustand nicht zu schnell zu überspringen, zu reden, zuzuhören, was mir der/die andere zu sagen hat. Indem wir uns bewegen, bewegt sich etwas auch in unseren Gefühlen und Gedanken. So kann uns ER, der immer mit uns geht, eine neue Sichtweise schenken.

Im Rückblick stellt man dann oft fest: „Musste nicht all das geschehen.“ Doch diesen österlichen Sinn erkennt man erst hinterher. Die Deutung des Leides dürfen wir ruhig dem überlassen, der durch das Leid hindurch gegangen ist. Vorschnelle Sinndeutungen können moralisierend und sehr verletzend sein. Nur, eines dürfen wir vertrauend annehmen, wie es Dietrich Bonhoeffer gesagt hat: „Keinen Weg lässt uns GOTT gehen, den er nicht selbst gegangen wäre, auf dem er uns nicht voraus ginge.“ Doch all diese Erfahrungen der Auferstehung bezeugen die Jünger, wie wir es in der Osterzeit oft hören, erst eine Zeit später. Jeder muss selber diese Erfahrung machen, wie sich das Leid wendet und das Herz zu brennen anfängt, dass Jesus wirklich den Weg mit ihm geht und sich mit-teilt. In diesen Tagen erfahre ich es besonders tröstlich auf meinem Abendweg allein in den Wald, dass ER da ist, wenn die Sonne untergeht. Ich spüre die Gemeinschaft, -„Kommunion“-, wenn ich mit einer Freundin meine Fragen und mein manchmal nur zaghaftes Vertrauen und Glauben teilen kann. Wenn mir jemand im Gespräch von seinem Beten und Singen  erzählt, das über diese Zeit Hilfe ist.

Ich spüre auch Gemeinschaft, -„Kommunion“ -, wenn ich daheim ein Stück Brot esse und mir in Gedanken all die Menschen mit an meinen Tisch setze, an die ich in diesen Tagen denke und mich mit ihnen verbunden fühle.

Wo ist Ihr Gebetsplatz oder Gebetsweg, wo Ihnen vielleicht einmal das „Herz brennt“ oder Sie IHN erfahren?

Ulrike Leininger

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Quelle: Pixabay - freie Lizenz