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Sonnenaufgang

Bei einer Bergwanderung war ich nachts losgegangen, um den Sonnenaufgang auf einem Gipfel zu erleben. Nach einem Teil des Weges bekam ich plötzlich Angst. Es war sehr neblig, ich ging einen mir unbekannten, neuen Weg. Der schwarze, dunkle Hochwald wurde mir immer unheimlicher. Was mich weitergehen ließ, war nur die Gewissheit, dass es irgendwann Tag wird. Immer wieder suchten meine Augen den Himmel ab, ob sich nicht endlich ein heller Streifen zeigt. Immer wieder wanderten meine Augen nach oben.

Wie war ich froh, als der Weg aus dem Hochwald herausführte und es im Osten deutlich heller wurde. Und dann: ein herrlicher Sonnenaufgang!

An diese strahlende, warme Sonne erinnere ich mich in dunklen Stunden: wenn etwas Schweres zu bestehen ist, wenn Gott anscheinend weit weg ist. Mein Glaube gibt mir Kraft zum Aushalten: So sicher wie Gott die Sonne aufgehen lässt, so sicher sind auch irgendwann meine dunklen Stunden zu Ende.

M. Fraundorfer-Winderl - Mai 1998

Sonnenaufgang1.jpg
© Bildrechte: Schulpastorales Zentrum Holzkirchen (M. Fraundorfer-Winderl)